Embattled (2020)

Dein Vater ist ein dunkler Schatten?
Eine erdrückende Last?
Fremder als jeder Fremde?
Dein Vater verhält sich primitiv?
Du hast dich so oft über ihn geärgert?
Dein Vater artikuliert sich vulgär?
Scham?
Derb, rücksichtslos, gewöhnlich, respektlos?
Gewalt ist eine der Sprachen deines Vaters?
Hass? Nein, nicht dieses Wort!
Dein Vater gibt sich stark, ist aber so schwach?
Du bist nicht dein Vater!
Du musst nicht sein wie er.
Auch wenn es manchmal so scheint. Du bleibst du.
Ein Monster darf kein Monster schaffen.
Du musst dich nicht an ihm messen.
Dein Vater ist nicht dein Feind.
Du musst dich nicht mit ihm messen.
Es bedarf keiner Bindung.
Du musst nichts beweisen, was auch!?
…so jemandem.
Er ist bloß die Person, die dich gezeugt hat.
Dein Vater ist nicht dein Freund.
Keine Zwänge.
Bleib dennoch immer besser, in allem.
Gib ihm immer eine Chance.
Die Chance ein besserer Er zu sein.
Und irgendwo da ist ein Mensch, der Mensch den du dir wünschst.
Es gab doch diese Momente in deinem Leben, in eurem.
Wer weiß welche Dämonen in ihm kämpfen.
Auch er hatte Kämpfe, vielleicht hat er sie verloren.
Und es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

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Words on Bathroom Walls (2020)

Ich. 
Ich bin wie ich bin. Ich bin was ich bin. Ich hasse wie ich bin. Ich hasse was ich bin.
Ich mag es nicht über mich nachzudenken, ich mag es nicht in den Spiegel zu schauen, ich mag es nicht mich selbst zu erkennen. Ich mache es mir einfach, ich fliehe vor mir selbst, ohne aufzuhören zu sein was ich bin. Ich fliehe vor meinem wahren Ich, will das sein, was ich sein will, was ich sein sollte. Für euch. 
Ihr. 
Ihr seid alles für mich, alles was mir wichtig ist. Ihr verdient das Beste. (Vermutlich nicht mich.) Das Beste was ich geben kann, das Beste was ich sein kann. Von allem was ich bin nur das Beste. Nur diesen Teil. All das andere wird es immer geben, vermutlich wird es niemals gehen, wie sehr ich mir dies auch wünschte. Ihr gebt mir die Kraft bestmöglich zu sein. Ihr akzeptiert auch die andere Seite, ich weiß. Ich nicht. Ihr kennt sie zu Teilen, ich wünschte nicht. Ihr gebt mir Kraft, Kraft mich selbst zu akzeptieren und Kraft besser zu sein als ich bin.

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MALCOLM & MARIE (2021)

Lieben & Hassen
Lieben & Leiden
Lieben & Leben
Geben & Nehmen
Lachen & Weinen
Himmel & Hölle
Licht & Dunkel
Hoch & Tief
Höher & Tiefer
Bitter & Süß
Nah & Fern
Laut & Leise
Täuschung & Enttäuschung
Ambition & Realität
Inspiration & Eskalation
Stille & Konflikt
Ausweichen & Unausweichlich
Gemeinsam & Einsam
Austeilen & Einstecken
Küssten & Schlugen
Actio & Reactio
Vergeben & Vergessen
Vergessen & Verzeihen
Gehen & Bleiben
Gestern & Heute
Heute & Morgen
Hier & Jetzt
Dort & Dann
Malcolm & Marie
Du & Er / Sie

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RED LIGHTS (2012)

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Übernatürliche Kräfte werden stets vergöttert, aber doch auch irgendwie situativ verdammt. Positive und negative Gefühle. Nicht Erklärbares, nicht in die Norm passendes, wird dann schnell Wahnsinn oder irre genannt, zum Teil mit tiefer Furcht belegt. Denn was so himmlisch schön ist, kann sicherlich genauso unbeherrschbar zerstörerisch sein. Nicht selten spielen einem natürlich die eigenen Sensoren einen Streich, sind die Grenzen zwischen großer Magie und purer Illusion fließend. Aber beider Kern ist ohne wenn und aber ein gewisser Zauber, mal mehr, mal weniger, ein einzigartiges Spektrum berauschender Gefühle. Die Herangehensweise an eine unbegreifliche Sache, quasi ein übernatürliches Medium, welches kein Teil analysierbarer Wissenschaft ist, sollte eher nicht die Infragestellung sein. Manches lässt sich einfach nicht erklären, entbehrt jeglicher Durchschaubarkeit, auch Kritikfähigkeit, ist unantastbar in seiner Einzigartigkeit und streift teilweise auch am Zenit des temporär Vollkommenen. Das eventuelle Nachher darf dann gern, für den Moment ausgeblendet werden. Es muss nicht eintreten, Schönes kann konservierbar sein, bis das der Tod einen davon scheidet.

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SWISS ARMY MAN (2016)

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Liebe folgt nicht selten einer Art Strohhalmmechanik: Sie bedarf einfach irgendetwas. In dem Fall des Filmes wirklich die Betonung auf irgendetwas, an das man sich klammern kann. Vor allem als Schutz vorm Alleinsein und der leidigen Einsamkeit. Allerdings müssen diese beiden Begriffe differenziert werden, das verdeutlicht nicht zuletzt der Film. Einsamkeit ist nicht mit der An- und Abwesenheit von Menschen verbunden, bzw. alternativ auch z.B. Haustieren, eine Balls namens Wilson oder in dem Fall untoten Toten, sondern ist das fehlende Gefühl von jenen Beachtung, Anerkennung und Wertschätzung erwidert zu bekommen, und die daraus resultierende immer schwermütiger werdende Unzufriedenheit. Ein Robinson Crusoe unter vielen. Allein einsam gestrandet auf einer Insel oder nicht allein einsam nur auf einer etwas größeren. Vom Kopf-in-der-Schlinge zum Überlebenskampf, nur subjektiv und temporär zu einer Verbesserung. Ein Kampf um Hoffnung, in welchem passend gemacht wird was nicht passt bzw. eigentlich doch einfach nur schön(er) geredet. Auch wenn mit dieser Symbiose Herzschmerz und Kopfweh immer mal kurz gestillt werden, an dieser Stelle ist die Schwelle zum Wahnsinn gefährlich nah, oder jene auch unbemerkt schon überschritten. Inklusive dem Brechen von dem, was allgemein unter Tabus fällt…und so zelebriert dies auch hingebungsvoll, fast schon via Brechstange, und metaphergeschwängert dieses Unikat von Film.

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DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER (2014)

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…definitiv ist es das früher oder später, aber selbst die kürzeste Liebe macht Sinn, wenn sie denn wahrhaft und intensiv ist. Und das obwohl, oder gerade weil, so etwas wie die ewige Liebe generell nur eine Illusion bleibt, schließlich existiert ewiges Leben auch nur im Traum. Der Moment zählt, die Hingabe und der Erfolg jenen so lang wie möglich zu konservieren. Da sich alles im Sein immer um Hoffnung auf irgendetwas und die Suche nach einem Sinn des Ganzen dreht, ist der genannte Moment der Erfüllung der größte Gewinn, besonders in Sachen Liebe, nicht zuletzt weil jener eine gefühlte Ewigkeit andauert und, selbst wenn er vorbei ist, die Erinnerungen (im besten Falle) nie verblassen. Was ist größeres Glück als ein pulsierendes Herz? So kann nur folgender Fokus entstehen: Einfach machen und dem Hingeben was möglicherweise unmöglich scheint. Die Traumwelt zur Realität machen, das Gefühl zu leben packen, dem Teufel der begrenzten Existenz ein Schnippchen schlagen.

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DIE FRAU DES ZEITREISENDEN (2009)

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Jeder weiß, dass Liebe nicht planbar ist und nicht unbedingt immer bietet was sie verspricht. Sie gibt letztendlich nur, was der Einzelne schafft zu nehmen und natürlich bereit ist selbst zu investieren. Im falschen Gleichgewicht, das heißt, wenn die Herz-Kopf-Antenne nicht (mehr) richtig sendet oder das Schicksal einem einen Strich durch die Rechnung macht, kann das zwar ausfüllend sein, aber oft nicht erfüllend. Der Traum, die große Liebe ausleben zu können, wird so oft zum Spagat zwischen emotionalem Hoch und Tief. Sobald dies zum Kampf wird, sprich einer Anstrengung, ist jener eigentlich schon aussichtslos verloren. Aber wer will sich das schon eingestehen, so in seinem mittlerweile von was auch immer getriebenen Bemühen, im besten Fall jenes wenigstens noch der ursprünglichen Form der Liebe. Das Erwachen im Sinne eines echten Eingeständnisses von Tatsachen kommt leider meist zu spät. Es gibt keine Kontrolle und ein Lenken ist nur bedingt möglich, es bleibt nur (ein oft zermürbendes) Hoffen/Bangen und man-selbst-sein-und-bleiben in jeder Zeitphase. Wenn man nicht das Delirium vorzieht. Am Steuer ist letztendlich doch das schon genannte Schicksal, oder wie auch immer man jenes nennen möchte.

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AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT (2012)

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Wer ist das nicht?
Diese eine besondere Person, der man sich besonders nah fühlt. Jene, die man so viel wie möglich
an seiner Seite haben will, sei es in alltäglichen als auch in besonderen Momenten. Ein Freund, der beste un mehr noch als dies. Der/Die Eine, für jetzt, vielleicht für immer. Das Erste, was man zu Beginn von was auch immer um sich braucht und das Letzte, was man am Ende sehen möchte. Ununterbrochen verbunden in Gedanken, im Herzen und auch körperlich. Die stärkste vorstellbare Relation. Ein Gleichnis von einem Menschen, egal wie formal unterschiedlich dieser vielleicht zu einem selbst ist. Nicht gesucht, aber gefunden. Meist aus einer unscheinbaren Begegnung hervorgegangen, doch schnell mit dem gewissen Etwas. Einer überirdischen Anziehungskraft, einer, die auch zwischenzeitliche Tiefs immer wieder übersteht. Schicksalhaft, dagegen wehren ist schlecht möglich und auch völlig überflüssig. Denn selbst in Momenten der inneren Schwäche wird schnell klar: es ist das Beste was einem passieren konnte.

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DER SCHWIMMER (1968)

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Brutaler Klassiker! Aber nicht im Sinne von körperlicher Gewalt innerhalb des Films, sondern von psychischer auf den Hauptdarsteller und auch auf die Zuschauer (welche sich wiederfinden zu vermögen).
Jeder befindet sich mehr oder weniger im letztendlich sehr simplen Kreislauf des bürgerlichen Seins, mit all den üblichen Verstrickungen, standardisierten Abläufen und durchschaubaren Gedankengängen. Und irgendwann kommt jeder, gewollt oder ungewollt, an den Punkt an dem er seine Vergangenheit in voller Breitseite auf die Gegenwart reflektierend vor den Latz geknallt bekommt. Das passiert meist durch schwerwiegende Begegnungen mit dem Zurückliegenden. Wenn die Konfrontationen noch gebündelt aufeinander folgen, ist ein komplettes Durchschütteln des eigenen (aktuellen) Seins nicht ausgeschlossen. Im besprochenen Film sind es alte verlorene Freunde, stets oberflächliche Bekanntschaften, Feinde, von denen man nichts wusste, Liebschaften, von denen man nichts ahnte, Menschen, denen man einst das Herz brach, welche die man fahrlässig verletzt hat oder einfach im Stich gelassen und so weiter. Wie schon gesagt, die volle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf einmal . Das „unbewusst“ steht dabei allerdings in ganz dicken Anführungszeichen. Bis zu einem bestimmten Punkt vermag man sicher all das nicht an sich heran lassen, in den Spiegel zu lächeln, die perfekte Fassade aufrecht zu erhalten, aber irgendwann bröckelt diese unweigerlich, bricht, und vielleicht auch man selbst. Die Realität holt einen immer ein.

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BITTER MOON (1992)

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Ein bitteres Spiegelbild der Vergänglichkeit von Leidenschaft und Lust, der Zerbrechlichkeit von erotischer Anziehung, so wie der einhergehenden Veränderung in den Herzen und Köpfen. Das Ganze versehen mit der offensichtlichen Faustformel, dass umso abgöttischer und inniger die Bindung ist, jene grenzenlose Faszination aneinander, scheinbar ein eigenes Universum erschaffend, desto schwerwiegender und schmerzlicher letztendlich der Verfall sein wird. Heiße Liebe und tiefer Hass liegen eng beieinander, verwirbelt in einem zerstörerischen und ausweglosen Geflecht. Ein Extrem zieht letztendlich das nächste nach sich, bei dieser unendlichen Fahrt auf der Achterbahn der Gefühle. Obsession in allen Bereichen und das ohne Einschränkung. Aus nicht voneinander lassen können wird nicht selten den anderen seelisch misshandeln, ihn demütigen, und das im gegenseitigen Wechselspiel. Eigene Unzufriedenheit, Verachtung seiner selbst, dann (frevelhaft) auf den Nächsten projizieren. Die Oberhand dieses Spiels wird dabei hin und her gereicht. Eine Katharsis ist nicht möglich. Der Aufstieg des einen in diesen törichten Schlagabtausch wird zum Fall des anderen. Beim Nicht-Voneinander-lassen-können bleibt es jedoch, trotz aller negativer Energie, gefangen in erfüllender und quälender Abhängigkeit.
Absolute Liebe und Hingabe klingt reizvoll, aber der Preis dafür kann mitunter zu groß sein.
Ein nihilistischer Film, und in Bezug darauf leider ein realistischer.

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