DER SCHWIMMER (1968)

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Brutaler Klassiker! Aber nicht im Sinne von körperlicher Gewalt innerhalb des Films, sondern von psychischer auf den Hauptdarsteller und auch auf die Zuschauer (welche sich wiederfinden zu vermögen).
Jeder befindet sich mehr oder weniger im letztendlich sehr simplen Kreislauf des bürgerlichen Seins, mit all den üblichen Verstrickungen, standardisierten Abläufen und durchschaubaren Gedankengängen. Und irgendwann kommt jeder, gewollt oder ungewollt, an den Punkt an dem er seine Vergangenheit in voller Breitseite auf die Gegenwart reflektierend vor den Latz geknallt bekommt. Das passiert meist durch schwerwiegende Begegnungen mit dem Zurückliegenden. Wenn die Konfrontationen noch gebündelt aufeinander folgen, ist ein komplettes Durchschütteln des eigenen (aktuellen) Seins nicht ausgeschlossen. Im besprochenen Film sind es alte verlorene Freunde, stets oberflächliche Bekanntschaften, Feinde, von denen man nichts wusste, Liebschaften, von denen man nichts ahnte, Menschen, denen man einst das Herz brach, welche die man fahrlässig verletzt hat oder einfach im Stich gelassen und so weiter. Wie schon gesagt, die volle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf einmal . Das „unbewusst“ steht dabei allerdings in ganz dicken Anführungszeichen. Bis zu einem bestimmten Punkt vermag man sicher all das nicht an sich heran lassen, in den Spiegel zu lächeln, die perfekte Fassade aufrecht zu erhalten, aber irgendwann bröckelt diese unweigerlich, bricht, und vielleicht auch man selbst. Die Realität holt einen immer ein.

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