I AM LOVE (2009)

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Ein Blitz ins Paradies der harmonischen Liebe. Ein Negieren der Annahme „es gibt perfekt“  für den einen, das Infrage stellen der so geschätzten und gehegten Glücksformel für den anderen.
Ein Frau in bestmöglichen Verhältnissen, eine funktionierende Ehe mit dem offensichtlich Passenden, gesicherte Umstände, keinerlei Grund zum Klagen. Kein Angriffspunkt für äußere Einflüsse auf die heile Fassade. Denkt man.
Doch dann der Reiz des Andersartigen, die plötzliche Kraft des fremden Nahestehenden, der Zauber einer aufkommenden Leidenschaft, einer intensiven Begegnung mit sich selbst. Ein Spiegel festgefahrener Normen, unsichtbarer Ketten, ein neuer Blick ins eigene Herz, beängstigend, früher oder später den Glauben raubend. Ein Weg ins vermeintliche Chaos, die Scheide zwischen Punkt und Fragezeichen. Oder der richtige Zeitpunkt einer falschen Flucht vor eigenem Verlangen, tiefen Wünschen. Möglicherweise aber auch die beste Entscheidung, allerdings niemals wirklich gut oder schlecht, so oder so, da nie objektiv. Immer unter dem Druck der geliebten Menschen, sowie seiner selbst. Auf jeden Fall eine mit Nachhall, letztendlich stets tragisch.

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BLUE VALENTINE (2010)

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Ein Film über ein tägliches Phänomen; Vorgänge, die sicher jeder kennt. Allerdings selten so ernüchternd, so lebensnah dargestellt. Ein Film mit möglicherweise gefährlicher Wirkung. Ohne den entsprechende Stabilität kann er für den Zuschauer gegebenfalls zu einer schmerzlichen Reflexion seiner selbst werden. Einer des Gegensatzes zwischen leidenschaftlicher Liebe und einer völlig abgekühlten Beziehung, filmisch verdeutlicht durch entsprechende Zeitsprünge. Die Grauzone dazwischen, dieser schmale Grat mit seinen schleichenden Vorgängen, dem teuflischen Alltag, dem verwirrenden Kreislauf der Annäherung und Entfremdung, all dies findet gedanklich im Kopf des Zuschauers statt, je nachdem wie sehr er sich wiederfindet, aktuell oder in der Vergangenheit.
Das Gesehene sollte jedoch nicht nur negativ beleuchtet werden, als Antiwohlfühlfilm sozusagen, selbst wenn den Betrachter neben dem traurigen Verlauf auch ein bitteres Ende erwartet. Es kann, nein, es muss sich gewissermaßen eine mahnende Wirkung entfalten. Erkenntnis als Ausgangspunkt des richtigen Weges sozusagen. Jetzt wirklich, ganz ohne schmalziges Pathos und platte Floskeln, der Ursprung der Zweisamkeit sollte konserviert werden, in dem er im Kopf allgegenwärtig ist. Dieses Kennenlernen, mit dieser unbeschreiblichen Gedankenwelt. Diese Magnetwirkung, selbst unter ungewöhnlichsten Umständen. Man dreht sich um den Anderen und alles um beide zusammen. Der zaghafte Beginn. Kleine Worte, große Wirkung.  „Nein“ sagen, „Ja“ meinen. Zu gut. Unsicherheit. Diese Spannung, das Näher-kommen, das Nah-sein. Verhältnismäßig kleine Berührungen von immenser Bedeutung. Noch besser.  Möglicherweise nicht zusammen passen, aber irgendwie zusammen gehören. Meist nicht gesucht, aber trotzdem gefunden. Schier unendliche Achtung voreinander, grenzenloser Respekt. Das alles einfach nicht zu vergessen, bei sich zu tragen, immer wieder auszuleben.

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